Les Glaneurs et la glaneuse (Die Sammler und die Sammlerin)

Les Glaneurs et la glaneuse (Die Sammler und die Sammlerin) (2000)

Regie, Drehbuch: Agnès Varda; Kamera: Varda u.a.; Musik: Agnès Bredel, Joanna Bruzdowicz, Richard Klugman, Isabelle Olivier; mit Bodan Litmanski, Agnès Varda, François Wertheimer. 35mm (von Video), Farbe, 82 min

Zum Auftakt:
Parabola d'oro (Goldene Parabel) (1955) von Vittorio De Seta. 35mm, Farbe, 10 min

Selig sind die, die sich bücken: die sich wie Simone oder Bernard (die in Vardas Folgeprojekt Deux ans après vorkommen) nachts mit leuchtenden Augen durch Sperrmüllberge wühlen auf der Suche nach dem Schatz. Dieser Schatz darf nicht fehlen, wenn am Ende aller Tage die Menschen und Dinge gezählt werden, die sich bockig einer Unkultur unsinnigster Verschwendung widersetzen. Die den Cent vom Bahnhofsboden aufheben und den noch guten Kohlkopf aus der Mülltonne fischen; und all die, die oft nicht anders können, die von dem leben, was andere für unwert halten. Ein "Dritte-Welt-Video" – der passende Begriff aus der afrikanischen Kinotheorie heißt mégotage: ein Restewerk, dessen Bestandteile zusammengeklaubt wurden beim genauen Leben. Und ein Film darüber, wie das 19. und frühere Jahrhunderte weiterleben in den Schichten, die unser Dasein bilden. (R.H.) Davor: Vittorio De Setas Lieblingsfilm unter seinen poetischen Dokumentarstudien – Weizenernte auf Sizilien als musikalisches Arrangement.

Spieltermine:

Di 14.03.2017 21:00
(Frz. OmdU)