Albert – Warum?

Albert – Warum? (1978)

Regie, Drehbuch: Josef Rödl; Kamera: Karlheinz Gschwind; Musik: J.S. Bach, Claude Debussy, Arthur Honegger, Dmitri Schostakowitsch, Giuseppe Tartini; Darsteller: Fritz Binner, Michael Eichenseer, Elfriede Bleisteiner, Georg Schießl. 35mm, s/w, 108 min

Der Pfälzer Bauernsohn Albert war wegen seiner geistigen Behinderung lange in der Nervenheilanstalt: Als der Vater beschließt, den einzigen Sohn "nach Hause" zu holen, muss der gutmütige Albert schnell erkennen, dass es in der Dorfgemeinschaft für ihn als Außenseiter kein Zuhause gibt: Den Hof hat der Vater einem Neffen überschrieben, und auch wenn sich Albert nach der Rückkehr als Arbeitstier unter Beweis stellt, haben die Dorfbewohner nur Spott für den "langen Lulatsch" übrig. Zum Dorfdeppen degradiert, flüchtet sich Albert in Alkohol und Verweigerungsgesten, die immer zerstörerischer werden. Josef Rödl besetzte seinen behinderten Schulfreund Fritz Binner, um als Albert eine Variation seiner selbst zu spielen, bevor Binner – kurz nach Drehschluss – verstarb: Protagonist und Milieugenauigkeit geben Albert – Warum? verstörende Authentizität, als Studie gesellschaftlicher Ablehnungsmechanismen bleibt dieses gefeierte Regiedebüt dabei so allgemeingültig wie bestürzend aktuell. (C.H.)

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