Allemagne neuf zéro (Deutschland Neu(n) Null)

Allemagne neuf zéro (Deutschland Neu(n) Null) (1991)

Regie, Drehbuch: Jean-Luc Godard; Kamera: Christophe Pollock u.a.; Musik: Mozart, J.S. Bach, Stravinsky, Beethoven u.a.; Darsteller: Eddie Constantine, Hanns Zischler, Claudia Michelsen, André S. Labarthe. 35mm, Farbe, 62 min. Frz. OmdU

JLG/JLG – Autoportrait de décembre (JLG/JLG – Godard über Godard) (1994)

Regie, Drehbuch: Jean-Luc Godard; Kamera: Y. Pouliquen, C. Jacquenod; Darsteller: Jean-Luc Godard, André S. Labarthe, Bernard Eisenschitz. 35mm, Farbe, 56 min. Frz. OmeU

"Das Glück kann auf den leeren Seiten der Geschichte gefunden werden", sagt Godard in Allemagne neuf zéro, seiner Antwort auf Rossellinis Germania, anno zero. Eddie Constantine spielt ein letztes Mal Lemmy Caution, die Gefilde, die er auf der Suche nach einem verschwundenen Mädchen durchstreift, sind nicht mehr jene von Alphaville. Im wiedervereinten Deutschland ist auch die filmische Landschaft zerklüftet, polymorph, polyphon, polymetrisch. Überall Brüche. Zwischen deutschem Krieg und deutschem Frieden, heißt es im Film, existieren nur Unterschiede des Grades, nicht der Natur. Danach ein herrliches Bild: Der blinde Cutter hilft JLG, JLG/JLG zu montieren. Das bewegende Selbstporträt handelt von Godard, also von Film & Politik & Existenz & Erinnerung & Traum: Wogegen, wofür, was ist Kino? Wie lange noch, wie nötig, wie wunderbar, wie unersetzlich? (H.T.)