Adieu au langage (3D)

Adieu au langage (3D) (2014)

Regie, Drehbuch: Jean-Luc Godard; Kamera: Fabrice Aragno; Darsteller: Héloise Godet, Kamel Abdeli, Richard Chevallier, Jean-Luc Godard (Erzählstimme). DCP, Farbe, 70 min

Zum Auftakt:
Khan Khanne, sélection naturelle (2014) von Jean-Luc Godard. Video, Farbe, 9 min. Frz. OmeU

Das frischeste Experiment des Cannes-Wettbewerbs 2014 kam von dessen ältestem Teilnehmer: Jean-Luc Godard, der in Adieu au langage die Möglichkeiten von 3D präsentierte. Zugleich Wunderwerk und Zumutung, intensiviert von terroristischen Lautstärkewechseln auf der Tonspur: Fast jedes Bild setzt auf andere dreidimensionale Effekte, bis der Betrachter im Wahn des Scharfstellens scheinbar halluziniert – doch nein! Es sind nur Godards "unmögliche" Effekte, wie seine Stereoskopie-Tableaus, in denen das linke und rechte Auge unvermittelt auseinander treiben. Auch die fragmentarische Story ist eine Überlagerung: die Affäre eines Paares ("1 Natur" und "2 Metapher"), verzahnt in kryptischen Gedankenketten. Ein Alterswerk von hoher Originalität und Verspieltheit: Wie ein Kind probiert Godard aus, was man mit 3D wirklich machen könnte, wenn man es von der Kundentäuschung befreit. Davor als Bonustrack: Godards hinterhältiger "Offener Videobrief" an die Cannes-Direktion. (C.H.)

Spieltermine:

Sa 06.05.2017 19:00
(Frz. OmdU)