Camp de Thiaroye (Das Camp der Verlorenen)

Camp de Thiaroye (Das Camp der Verlorenen) (1988)

Regie, Drehbuch: Ousmane Sembène, Thierno Faty Sow; Kamera: Ismaïl Lakhdar Hamina; Musik: Ismaïla Lo; Darsteller: Sijiri Bakaba, Mohamed Dansoko Camara, Ismaïla Cissé, Ababacar Sy Cissé, Moussa Cissoko. 35mm, Farbe, 153 min

Eine afrikanische Koproduktion und eine Arbeit in Co-Regie, die unverkennbar Ousmane Sembènes meisterliche Handschrift trägt. Der Film basiert auf einer wenig bekannten Episode aus dem Jahr 1944: Nach Jahren des Kampfs für die Franzosen in Europa wird ein Trupp senegalesischer Soldaten in ein Internierungslager gesteckt, wo sie ungenießbares Essen erhalten und von Kolonialoffizieren gedemütigt werden. Als sie auch noch um die Hälfte ihres Solds betrogen werden, revoltieren sie, woraufhin das Lager samt Insassen spätnachts von Panzern dem Erdboden gleichgemacht wird, um den Status quo zu wahren. Ein dialektisches Lehrstück über den Erhalt von (Kolonial-)Macht, sorgfältig die verschiedenen Positionen ausleuchtend und mit verstörend selbstverständlichen "surrealen" Bildern durchsetzt: ein schwarzer, wahnsinnig gewordener Buchenwald-Überlebender mit SS-Helm unter dem Wachturm, von dem sein Landsmann blickt. (C.H.)
 
Präsentiert von Bonaventure Ndikung, Berlin

Spieltermine:

Mo 15.05.2017 20:30
(Frz./Wolof OmdU)