Déja s'envole la fleur maigre (Schon fliegt sie hinfort, die kärgliche Blüte) (Foto: Cinémathèque suisse)

Déja s'envole la fleur maigre (Schon fliegt sie hinfort, die kärgliche Blüte) (1960)

Regie, Drehbuch: Paul Meyer; Kamera: Freddy Rents; Musik: Arsène Souffriau; Darsteller: Domenico Mescolini, Valentino Gentili, Luigi Favotto, Attilio Sanna, Dolorès Oscari. 35mm, s/w, 83 min

Ein italienischer Gastarbeiter in Belgiens Borinage-Kohleminen holt seine Familie trotz katastrophaler Beschäftigungslage nach: Die Kinder betreten eine neue Welt, in der sich die Schwärze des Staubs in die Lungen (und über die Bilder) legt und man sich mit neuen Freunden zu verständigen versucht, ohne deren Sprache zu kennen ... Paul Meyers schonungsloses wie poetisches Porträt war ursprünglich vom Erziehungsministerium als Dokumentation über die positiven Auswirkungen des Italo-Belgischen Abkommens von 1946 bestellt (Italien schickt Arbeiter und erhält dafür Kohle für den Wiederaufbau). Doch um die verheerenden Zustände wahrheitsgetreu zu schildern, drehte Meyer mit den Laien vor Ort einen Spielfilm, was man ihm daheim nie verzieh, trotz Begeisterung im Ausland. Seither wird dieser Ausnahmefilm in regelmäßigen Abständen wiederentdeckt: als ästhetisch und sozial visionäres Werk, wie heutige Migrantenkrisen weiterhin bestätigen. (C.H.)

Spieltermine:

So 21.05.2017 18:30
(Frz./Ital. OmeU)