Das Testament des Dr. Mabuse

Das Testament des Dr. Mabuse (1933)

Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Lang, Thea von Harbou nach dem Roman von Norbert Jacques; Kamera: Fritz Arno Wagner, Karl Vash; Musik: Hans Erdmann; Darsteller: Rudolf Klein-Rogge, Oscar Beregi Sr., Karl Meixner, Gustav Diessl, Otto Wernicke, Theo Lingen. 35mm, s/w, 120 min Restaurierte Fassung

Fritz Langs Tonfilm-Fortsetzung des Mabuse-Stoffs. Kommissar Lohmann verfolgt einen Fälscher-Ring, die Hinweise deuten auf seinen ehemaligen Widersacher. Dr. Mabuse aber befindet sich in einer Irrenanstalt unter Überwachung. Auch wenn der Superverbrecher protofaschistische Züge trägt, ist dies weniger eine Anti-Nazi-Parabel, wie Lang später behauptete, als ein allgemeineres Zeitbild. Langs Paranoia erweist sich als ideal für das Porträt einer Ära der Verzweiflung, Gedankenkontrolle, Furcht und individuellen Impotenz. Im unleserlichen Gekritzel eines Verrückten stecken die Botschaften zur Erringung der Weltherrschaft, das Böse hat sich dank souveräner Nutzung modernster Medientechnologie quasi im Äther verteilt, und die Figuren – kleine Rädchen im Getriebe großer Organisationen – stehen auf verlorenem Posten, gefangen in einem Alptraum aus erdrückender Mise en scène und paranormalen Erscheinungen. (C.H.)

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