Der geteilte Himmel (Foto: absolut medien)

Der geteilte Himmel (1964)

Regie: Konrad Wolf; Drehbuch: Christa & Gerhard Wolf, Konrad Wolf, Willi Brückner nach der Erzählung von Christa Wolf; Kamera: Werner Bergmann; Musik: Hans-Dieter Hosalla; Darsteller: Renate Blume, Eberhard Esche, Hans Hardt-Hardtloff, Hilmar Thate, Martin Flörchinger. 35mm, s/w, 113 min

Eine junge Frau hat einen Nervenzusammenbruch erlitten. In ihrer ostdeutschen Heimat lässt sie die letzten Jahre Revue passieren: das Fabrikpraktikum in Halle, die Debatten um den Wert kollektiver Arbeit und ihre Liebesbeziehung zu einem intellektuellen Chemiker, der nach einer beruflichen Zurückweisung in den Westen geht. Als sie ihn in Berlin besucht, erwägt sie bei ihm zu bleiben und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Ein außergewöhnlicher Film über das geteilte Deutschland, von Konrad Wolf elegisch im Tonfall und wild in der Form erzählt: durchaus skeptisch in der Schilderung der sozialistischen Utopie (in der DDR wurde das Werk erst wohlwollend aufgenommen, dann zusehends kritisiert), mitreißend in seinem Montage-Mahlstrom und der inszenatorischen Wucht. "Welches Deutschland setzt die Tradition fort?" fragt einer. "Das westliche oder das östliche? Es kommt auf die Realitäten an." Konrad Wolf lässt die Realitäten virtuos aufeinanderprallen. (C.H.)

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