Akibiyori (Spätherbst)

Akibiyori (Spätherbst) (1960)

Regie: Ozu Yasujirō; Drehbuch: Noda Kōgo, Ozu nach einer Erzählung von Satomi Ton; Kamera: Atsuta Yūharu; Musik: Saitō Takanobu; Darsteller: Hara Setsuko, Tsukasa Yōko, Ryū Chishū, Okada Mariko, Saburi Shin. 35mm, Farbe, 129 min

Der vollkommenste aller vollkommenen Ozu-Filme, mild, klar, leuchtend, erfüllt von Wärme und Trauer, endgültiger Stille und endlicher Alltäglichkeit, durchgeformt und abgründig, fein strukturiert, luzide, auf kunstvollste Art einfach. Das inbegriffliche Bild im Werk von Ozu: ein strahlender Berg voll herbstlich verfärbter Bäume im Blick von Mutter und Tochter, die sich darauf vorbereiten, Abschied zu nehmen. Ein Lächeln. Ein Glanz. Das Wunder der gewöhnlichen Dinge. Die Ahnung von Vergänglichkeit. Ozu filmt immer wieder den gleichen Film mit denselben Schauspielern, demselben Drehbuchautor, demselben Kameramann. Eine leichte Verschiebung der Teile bei unverändertem Kamerawinkel hat Banshun in Akibiyori verwandelt, den einsam gewordenen Vater in die allein zurückbleibende Mutter, den großartigen Ryū Chishū in die nicht minder großartige Hara Setsuko. Ozus Werk ist selbst zu jenem Fluss der Verwandlung geworden, von dem es erzählt. (H.T.)
 
Restored print from the collection of National Film Center, The National Museum of Modern Art, Tokyo

Spieltermine:

Sa 10.06.2017 21:00
(Japan. OmeU)
Do 15.06.2017 20:45
(Japan. OmeU)