Boudu sauvé des eaux (Boudu – aus den Wassern gerettet)

Boudu sauvé des eaux (Boudu – aus den Wassern gerettet) (1932)

Regie: Jean Renoir; Drehbuch: Renoir, Albert Valentin; Kamera: Marcel Lucien; Musik: Raphaël, Johann Strauß; Darsteller: Michel Simon, Charles Granval, Marcelle Hainia, Jacques Becker, Sévérine Lerczinska. 35mm, s/w, 85 min

Kein anderer Film, der ähnlich spielerisch und reich Jean Renoirs ­offene Inszenierungskunst zeigt. Kein Film, der nonchalanter aus dem Ärmel gebeutelt wäre, wodurch seine steten Wunder gleich Zufälligkeiten blitzen: die schönsten Kamerafahrten wie leichter ­Reflex, die gestaffelten Kompositionen wie lockerer Einfall, die entfalteten Raumtiefen wie ein Impromptu. Als Zugabe jede Menge natürlicher Rahmen im Rahmen der Leinwand und bei der ­Dreh­arbeit die schaulustige Menge, die Renoir sofort als Statisten nutzt – Wonne und Luxus des Genies. Der Film: komödiantisch, anarchisch, voll Spott aufs Bürgertum, aber auch voll sardonischer ­Sympathie. Im Clochard Boudu feiert Renoir die Verachtung der Konvention, die Sinneslust und die Vulgarität. Wenn Boudu seine "Resozialisierung" damit beantwortet, sich im warmen Wasser der Marne genüsslich davontreiben zu lassen, gerät dies zur heiteren Hymne, die bei Renoir sowohl der Natur wie der Freiheit gilt. (H. T.)

Spieltermine:

Di 23.05.2017 21:00
(Frz. OmdU)