Welfare

Welfare (1975)

Ein Film von Frederick Wiseman; Kamera: William Brayne. 16mm, s/w, 167 min

Ein zweieinhalbstündiger Blick auf ein Wohlfahrtszentrum in New York, geschildert vor allem entlang der Konfrontationen zwischen Sozialarbeitern und Klienten. Ein Gutteil von Frederick Wisemans frühen Arbeiten erzählt von Einrichtungen, die sich in einer kritischen Situation befinden. Welfare ist die aufwühlendste und mitreißendste darunter, weil hier jede Auseinandersetzung im Zeichen absoluter Dringlichkeit abgewickelt wird: Angestellte wie Antragsteller sind gleichermaßen zermürbt und gereizt von den absurden Widersprüchen im System. Notorische Unterbesetzung, gescheiterte Sozialpolitik und eine generelle Atmosphäre des Chaos tun ein Übriges. Es bleibt den ganzen Film lang unmöglich, sich in diesem Gebäude zu orientieren: ein "gefundener" kafkaesker Alptraum. Zuletzt setzt sich ein Mann resigniert nieder, um zu warten "wie auf Godot", und hält, die Augen zum Neon-"Firmament" gewendet, einen langen, erschöpften Monolog wie an einen abwesenden Gott. Ein Meisterwerk. (C.H.)

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