The Wedding March, 1928, Erich von Stroheim (Foto: Courtesy of Photoplay Productions)

The Wedding March (1928)

Regie: Erich von Stroheim; Drehbuch: Von Stroheim, Harry Carr; Kamera: Hal Mohr, B. Sorenson; Darsteller: Erich von Stroheim, Fay Wray, Zasu Pitts, Dale Fuller, Anton Vaverka. 35mm & 16mm, s/w (mit Farbsequenz), ca. 115 min

The Wedding March, ein Meisterwerk des Films und der Irritation. Stroheims Blick wechselt in einer Einstellung zwischen Faszination und sarkastischer Demontage. Das kaiserliche Wien am Vorabend der Katastrophe von 1914: erotomaner Reigen in Pomp, Totentanz der Niedertracht. Ob Stephansdom oder Bordell, die Genauigkeit des Filmauges bleibt bohrend, das Zeitmaß ruhig und ohne Pardon. Realismus als Skalpell, schauerliche Parodie, schwarze Messe. Der Blick ist kalt und forschend, vernichtend und zärtlich. Stroheim als Prinz Nicki von Wildenliebe-Rauffenberg, Libertin und Gardeoffizier, und Fay Wray als armes, bürgerliches Mädchen unter blühenden Obstbäumen in der Nacht beim Heurigen in dreamy Nussdorf. Eine Sequenz, ausgebreitet in unnachgiebigem Zynismus und obsessiver Trauer, ein Kinostück, wie es ähnlich zweischneidig, aggressiv und zart, niemand zu filmen weiß außer Erich von Stroheim. (H.T.)

Einführung von Alexandra Seibel
Am Klavier: Elaine Loebenstein

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