Chocolat

Chocolat (1988)

Regie: Claire Denis; Drehbuch: Denis, Jean-Pol Fargeau; Kamera: Robert Alazraki; Musik: Abdullah Ibrahim; Darsteller: Isaach de Bankolé, Giúlia Boschi, François Cluzet, Mireille Perrier, Jacques Denis. Farbe, 105 min, Frz. OmdU
 
Das erstaunliche Debüt von Claire Denis, der großen modernen Lyrikerin des Gegenwartskinos: ein semi-autobiografischer Spielfilm über eine Französin namens France, die sich an ihre Kindheit in den 50er Jahren erinnert. Als Tochter eines Kolonialoffiziers in Kamerun wird sie von einem schwarzen Diener namens Protée erzogen. Chocolat zeigt die außerordentlichen Qualitäten von Denis’ Kino wie in einer Nussschale: den musikalischen Aufbau, das Insistieren auf subtil akkumulierten Stimmungen und die eigenwillig gebrochene Psychologie der Charaktere. Ein postkolonialer, melancholischer Entwurf über unausgesprochene Gefühle und Machtverhältnisse, vorgetragen im schlendernden Rhythmus des Lebens in einem verlassenen Winkel Afrikas. Eine Inschrift: „Dieses Haus ist das letzte Haus der Welt.“ (C.H.)