Tabu

Tabu (1931)

Regie: Friedrich Wilhelm Murnau; Drehbuch: Robert Flaherty, Murnau; Kamera: Floyd Crosby, Flaherty; Musik: Hugo Riesenfeld; Darsteller: Matahi, Reri, Jean, Hitu, Kong Ah. s/w, 82 min, Engl. ZT Restaurierte Fassung
 
Polynesische Kanus, die wie ein Schwarm durcheinander schnellender Fische auf das Segelschiff zustreben. Der reptilgleich sich über das schlafende Liebespaar schiebende Schatten des Oberpriesters. Lichtmuster von Fackeln in der Nacht. Ein im Meer versinkender Körper. Das am Horizont verschwindende Segel. „Alles ist hier vom Siegel der Vorahnung gezeichnet“, schreibt Alexandre Astruc, „jede Ruhe im vorhinein gefährdet, seine Zerstörung eingeschrieben in die Linien der Kadrage, die so klar gemacht sind für Glück und Frieden.“ Angeekelt von Kommerz und Zivilisation, versucht Murnau auf Bora Bora unter dem Kreuz des Südens die „herrlichen heidnischen Tage“ zu rekonstruieren, in der eine von Christentum und Kapital noch unverdorbene Rasse „frei und stolz war“. Gleichwohl ist Tabu keine Aufzeichnung aus dem Paradies. Die Gegenwart unabwendbaren Parfums prägt das letzte Werk eines Regisseurs, der von sich behauptete, er fühle sich in keinem Land, keinem Haus, keinem Menschen heimisch. (Harry Tomicek)
 
In Anwesenheit von Claire Denis

Spieltermine: