Machorka-Muff, 1963, Jean-Marie Straub & Danièle Huillet

Machorka-Muff (1962)

Regie, Drehbuch: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet nach H. Böll; Kamera: W. Sachtler; Musik: J.S. Bach; Darsteller: Erich Kuby, Renate Lang. s/w, 18 min, Dt. OF

Nicht versöhnt oder Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht (1964/65)

Regie, Drehbuch: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet nach Heinrich Böll; Kamera: W. Sachtler, G. Ries, C. Schwarzwald, Straub; Musik: Béla Bartók, J.S. Bach; Darsteller: Henning Harmssen, Karlheinz Hargesheimer. s/w, 52 min, Dt. OF

 
Der Beginn des Werks von Straub/Huillet, zwei Übungen in radikaler Verdichtung und Verschärfung. In Machorka-Muff wird der gleichnamige Oberst zum General befördert, heiratet seine Geliebte Inniga von Zaster-Pehnunz und realisiert seinen Lebenstraum, die „Akademie für militärische Erinnerungen“. Ein knapper, böser Kommentar zur Remilitarisierung Deutschlands. Nicht versöhnt schleift Bölls Familienchronik Billard um halbzehn auf elliptische 52 Minuten zusammen: ein Stenogramm deutscher Geschichte von 1914 bis 1954, gespiegelt in den Erlebnissen dreier Generationen eines Archtitektenclans, die am Errichten der kriegsbedingten Zerstörung und dem Wiederaufbau einer Abtei beteiligt sind. Ein Film über Anpassung und Heuchelei: Während der Großvater im alten Geist weiter lebt, bleibt die Jugend aufgrund ignorierter Vergangenheitsschuld „nicht versöhnt“. Ein Meisterwerk. (C.H.)