The Sun Shines Bright

The Sun Shines Bright (1953)

Regie: John Ford; Drehbuch: Laurence Stallings nach Erzählungen von Irvin S. Cobb; Kamera: Archie J. Stout; Musik: Victor Young; Darsteller: Charles Winninger, Arleen Whelan, John Russell, Stepin Fetchit, Jane Darwell. s/w, 90 min, Engl. OF
 
Ein Herbstfilm voll komischer Spätsommerfülle und melancholischer Erwartung des Winters: Zeit der Ernte und Bewährung. Ford, Jahrgang 1895, alt wie das Medium, wiederholt, variiert und vervollkommnet sein 20 Jahre zuvor gedrehtes Kinostück Judge Priest. Fairfield, Kentucky, tiefer Süden, Our-Little-Town-Idylle nach dem Desaster des Civil War. Vor Veranden im Magnolienschatten nicht nur gloriose Säufer, schrullige Ladies und Liebende, sondern auch ein Mob lyncherpichter Rassisten. Ford stellt ihm den Rammbock eines einzelnen Pickwicker-Männchens entgegen, rundlich, verwitwet, bejahrt, gesegnet mit den Privilegien von Mutterwitz und Zivilcourage: der gerechte Richter vor seiner letzten Wahl, der Alte als Komiker und Held. Alle Kardinaltugenden des von Whisky und Blut ausgiebig durchströmten Regisseurs sind in diesem seinem Lieblingsfilm vereint: Witz, Sentiment, Brio, entspannte Detailmalerei, Camouflage, die Stromschnellen von Phlegma, Rabaukenlust und Drama. John Ford im Stadium scherzender Reife und serener Heiterkeit. (Harry Tomicek)