Real Life

Real Life (1979)

Regie: Albert Brooks; Drehbuch: Brooks, Monica Mcgowan Johnson, Harry Shearer; Kamera: Eric Saarinen; Musik: Mort Lindsey; Darsteller: Dick Haynes, Albert Brooks, Matthew Tobin, J. A. Preston, Charles Grodin, James L. Brooks. Farbe, 99 min
 
In seinem monumentalen Regiedebüt spielt Albert Brooks, geborener Einstein, einen Filmemacher, der mit geradezu messianischem Eifer daran geht (in Anlehnung an die erfolgreiche Serie An American Family), den Alltag der typischen US-Familie aufzuzeichnen. Es erübrigt sich, viele Worte über die fortgeschrittene Bedeutung seiner tödlichen Satire im Zeitalter der Reality-TV-Exzesse zu verlieren; viel weniger beachtet wurde der visionäre ästhetische Entwurf: ein Gegenprogramm zum dominierenden, charakterzerbrö­selnden Comedy-Stil, der dem Fernsehen entsprungen ist. Gefälschtes Dokument einer dokumentarischen Fehlleistung: Als sich die Wirklichkeit als zu langweilig entpuppt, beginnt der TV-Macher einzugreifen und vergisst seine Bemühungen, trotz vielfältiger Bereitschaft zur Selbstdemontage-Show die Würde aller Beteiligten (er selbst natürlich ausgenommen) zu wahren. Ein genialisches ­Sozialstück: Medienkritik als Reise ins Herz der Finsternis. (C. H.)

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