Ceravamo tanto amati (Wir haben uns so geliebt) (1974)
Regie: Ettore Scola; Drehbuch: Agenore Incrocci, Furio Scarpelli, Scola; Kamera: Claudio Cirillo; Musik: Armando Trovajoli;
Darsteller: Vittorio Gassman, Stefania Sandrelli, Nino Manfredi, Aldo Fabrizi, Federico Fellini. Farbe und s/w, 123 min
Im Prinzip ist Ceravamo tanto amati eine Cliquen-Variation über Dino Risis Una vita difficile: Wieder beginnt die Geschichte gegen Ende des Krieges unter Partisanen und Kommunisten, deren Hoffnungen in den kommenden
Dekaden alle Schiffbruch erleiden werden. Antonio, der Krankenpfleger, lebt relativ harmlos vor sich hin - immer noch Kommunist,
ohne ausufernd revolutionäre Ambitionen, also ein tragbarer Widerspruch. Der vom Lehrer zum Modeintellektuellen gesunkene
Nicola läuft hingegen wie eine Karikatur seiner selbst herum. Gianni schließlich ist in seinem Arrivismus zum Wirtschaftswunderzombie
degeneriert - seine Stellung verdankt er einem vom Maurermeister zum Baulöwen aufgestiegenen Faschisten mit besten Beziehungen
zur konservativen Elite. Der bei Risi noch heiß lodernde Zorn ist bei Scola erloschen, an seine Stelle ist eine kalte Resignation
getreten, in der sich alle einzurichten versuchen.
In memoriam Vittorio De Sica. (O.M.)

