In a Lonely Place (1950)
Regie: Nicholas Ray; Drehbuch: Andrew Solt, Edmund H. North nach dem Roman von Dorothy B. Hughes; Kamera: Burnett Guffey;
Musik: George Antheil; Darsteller: Humphrey Bogart, Gloria Grahame, Frank Lovejoy. s/w, 93 min
Zum Auftakt:
The Hollywood Ten (1950) von John Berry. s/w, 15 min
Mit seiner romantisch-weltmüden Aura war Humphrey Bogart der ideale Protagonist für das Kino von Nicholas Ray: Ihre zweite
Zusammenarbeit, eine bewegend zarte und verheerend ungeschönte Thriller-Romanze (nebenbei einer der besten Filme über die Filmindustrie), ist ein entsprechend resignativer
Triumph. Bogart spielt Dixon Steele, einen ausgelaugten Drehbuchautor, dessen Zyniker-Charme und Seelenqual untrennbar zusammengehören:
Als er sich mit schroffem Sarkasmus zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall macht, erhält er von Nachbarin Gloria Grahame
ein Alibi. Eine zum Scheitern verurteilte Liebschaft beginnt. Ray trennte sich während des Drehs von Gloria Grahame, seiner
damaligen Frau, und reicherte das Zerbrechen ihrer Leinwandbeziehung zu Bogart stark biografisch an (der Filmheld wohnt sogar
in Nicholas Rays erstem Hollywood-Apartment). Dave Kehr: Ein entscheidendes Beweisstück für die These, dass Geständnisse
sich gut als Kunstmaterial eignen. (C.H.)



