The Barefoot Contessa (1954)
Regie, Drehbuch: Joseph L. Mankiewicz; Kamera: Jack Cardiff; Musik: Mario Nascimbene; Darsteller: Humphrey Bogart, Ava Gardner,
Edmond OBrien, Marius Goring, Rossano Brazzi. Farbe, 130 min
Zum Auftakt:
A Star is Bored (1956) von Friz Freleng. Farbe, 7 min*
Ein Begräbnis im Regen als Ausgangspunkt einer aus Flashbacks gefügten Recherche, deren satirischer Aspekt der Star-Gebärmaschine
Hollywood gilt, während jede der Rückblenden (oder Erinnerungen) eine Frage stellt, die merkwürdig unbeantwortet oder unbeantwortbar,
also auf fahle Art tragisch bleibt. Wer war die Tote, und das heißt: wer war sie eigentlich und jenseits des Konstrukts -
Tänzerin, Diva, Gräfin -, das Männer aus ihr formten? Eine Galatea-Geschichte des 20. Jahrhunderts mit trivialem Pygmalion
im Plural und leer verbleibender Mitte. Auch ein Märchen vom Erfolg, herzlos unmärchenhaft und angesiedelt im Reich der Vulgarität,
das sich Traumfabrik nennt. Mankiewicz auf der Spur von Citizen Kane - dennoch unverkennbar Mankiewicz, melancholisch-brillant-intelligent, ein Drehbuchautor-Dialogist-Regisseur-Produzent der
Sonderklasse. Angelpunkt der Flashbacks dieses Hollywood-Movie über Hollywood: ein Friedhof. Mit anderen Worten: der Tod.
Mit anderen Worten: das Scheitern. (H.T.)
*Print courtesy of the Academy Film Archive



