
Todo modo (1976)
Regie, Drehbuch: Elio Petri nach dem Roman von Leonardo Sciascia; Kamera: Luigi Kuveiller; Musik: Ennio Morricone; Darsteller:
Gian Maria Volontè, Marcello Mastroianni, Mariangela Melato, Michel Piccoli, Franco Citti. Farbe, 130 min
Italia eterna: Jedes Jahr versammeln sich in einem unwirklichen Örtchen namens Zafer die Spitzen der christdemokratischen Kabale - Politiker,
Banker, Industriekapitäne -, um drei Tage lang innere Einkehr zu halten. Diesmal aber gehts nicht allein um eine seelische
Reinigung: Dem Präsidenten steht der Sinn auch nach Säuberungen in den eigenen Reihen, mit dem eisernen Besen soll gekehrt
werden. Derweil frisst sich eine Seuche durchs Land. Todo modo ist Elio Petris letztes Meisterwerk - wobei man sich fragt, was dieser Generalabrechnung mit der italienischen Nachkriegspolitik
noch hätte folgen sollen; Hoffnung war ihm ja eher fremd. Der Film funktioniert dabei auf zwei Ebenen: als direkter Kommentar
auf die zeitgenössischen politischen Verhältnisse und als Exposé gewisser Strukturen, die mächtiger sind als individuelle Parteien, vielleicht sogar als politische und ökonomische Systeme. Sartre für Hartgesottene.
(O.M.)
Einführung von Olaf Möller am 13.1.



