Sammlung Michael Haneke
Michael Haneke, einer der bedeutendsten Regisseure des Weltkinos, hat seinen Vorlass zu Lebzeiten seit 2003 schrittweise
dem Filmmuseum übertragen. Die Sammlung Michael Haneke wird regelmäßig um andere Dokumente und um jene Materialien erweitert, die im Zuge aktueller Haneke-Produktionen entstehen.
Neben den Filmen selbst repräsentiert sie das Basis-Inventar für jede ernsthafte Beschäftigung mit dem Werk des Künstlers.
Die Sammlung setzt sich aus mehreren Provenienzen zusammen. Den größten Teil bilden Hanekes persönliche Materialien.
Der zweite, wesentlich kleinere Teil stammt von den Filmproduktionsfirmen WEGA Film (Wien), Les Films du Losange (Paris) und
mk2 (Paris). Der Bestand wurde auch um Haneke-Materialien ergänzt, die in der Dokumentationssammlung des ÖFM
bereits vorhanden waren.
Das umfangreiche Konvolut besteht derzeit aus 1240 Dossiers, die nach inhalt-lichen Gesichtspunkten zusammengefasst
wurden (ca. 3000 Objekte). Kurz nach ihrem Eingang in die Sammlungen des ÖFM wurden die Objekte in eine Datenbank aufgenommen
und detailliert aufgearbeitet. Sie erlaubt eine präzise Recherche und wird regelmäig von internationalen Forschern und
Haneke-Buchautoren konsultiert.
Beginnend mit den frühesten Dokumenten zu Michael Hanekes TV-Arbeiten
der 1970er Jahre spannt sich der zeitliche Horizont der Sammlung bis in die Gegenwart und wird nach jeder neuen Produktion
um deren Materialien erweitert. Abgedeckt ist hier Hanekes gesamtes Oeuvre, d.h. neben den Kino- und Fernsehproduktionen
auch seine Regiearbeiten am Theater. Die Sammlung enthält u.a. handschriftliche Notizen der ersten Idee, Arbeitsnotizen zu
verschiedenen Fassungen einzelner Werke, Drehbücher, Storyboards, Produktionsunterlagen, Filmauswertungsmaterialien und reichhaltige
Dokumente zur Rezeptionsgeschichte. Letztere kann anhand ausführlicher Pressespiegel und Dossiers zu Festivalteilnahmen und
Auszeichnungen nachvollzogen werden. Als Kern dieses Bestands sind die Regiedrehbücher anzusehen, die wohl am unmittelbarsten
Hanekes minutiöse Arbeitsweise illustrieren.
Die Sammlung birgt noch weitere spannende und wenig bekannte Arbeitsfelder: Hanekes Kritikertätigkeit und seine unrealisierten
Projekte sind ebenso durch Dokumente vertreten wie seine Pariser Inszenierung von Don Giovanni. Ergänzt werden diese schriftlichen Aufzeichnungen durch einen wichtigen Bestand von unveröffentlichten Werk- und Arbeitsfotos,
bis hin zu unrealisierten Plakatentwürfen. Standfotos und Filmplakate stellen weitere wesentliche ikonografische Quellen
dar.
Kontakt:
Roland Fischer-Briand





