Die Sammlung bedeutender Beispiele des Mediums Films ist seit den 1960er Jahren stetig angewachsen. Das Filmmuseum hat von Beginn an relevante Beispiele aus allen Bereichen erworben: Klassiker des internationalen Kinos, Avantgardefilme, historische Filmdokumente und Wochenschauen, Werbe- und Propagandafilme usw. Die Film- und Fotosammlungen wurde Anfang der 1980er Jahre im Filmmuseumsarchiv in Wien-Nußdorf zusammengeführt. Hier wurde das erste österreichische Klimadepot für Sicherheitsfilm eingerichtet. Die Nitrofilme der Sammlung sind seit den 70er Jahren in einem separaten, vollklimatisierten Lager außerhalb Wiens aufbewahrt.
Der zeitgenössische unabhängige Film mit seinen prekären Überlieferungs-bedingungen zählt ebenso zu den wichtigen Sammlungsgebieten
des Hauses wie der Bereich der deutschsprachigen Filmemigration. Der von Peter Kubelka kuratierte Sammlungszyklus "Was ist
Film", ein grundlegender Überblick über das Potential des Mediums, konnte 1995/96 im Rahmen der Hundertjahrfeier des Films
vervollständigt werden.
Die ursprünglichen Grundsätze der Filmmuseumsarbeit sind immer noch gültig:
"Filme sind mit gleicher Obhut und gleichem Respekt wie Gemälde oder Plastiken zu sammeln, zu bewahren und zu präsentieren.
Filmen gebührt der Stellenwert und die Behandlung von Kunstwerken. Filme sind spezifische Produkte des geschichtlichen Gedächtnisses.
Sie müssen wie historisches Quellenmaterial, wie Dokumente bewahrt und gezeigt werden: unverfälscht, ungekürzt, unkommentiert,
unsynchronisiert."
Die beiden Gründer und langjährigen Leiter des Hauses, Peter Konlechner und Peter Kubelka, sind Ende 2001 in den Ruhestand getreten. Der Filmpublizist, Kurator und ehemalige Viennale-Leiter Alexander Horwath wurde vom Vorstand des Filmmuseums einstimmig zum Direktor ab 1. Jänner 2002 bestellt, mit der Aufgabe, die vielfältigen Arbeitsbereiche des Filmmuseums zu erneuern und auszubauen. Heinrich Wille zog sich im Zuge seiner Pensionierung im Jahr 2005 auch von der Vereinsobmannschaft zurück, die er mehr als 40 Jahre lang innegehabt hatte, und wurde zum Ehrenobmann des Filmmuseums gewählt.
Der Vorstand des Filmmuseums besteht derzeit aus Daniel Charim (Obmann), Boris Marte (Obmann-Stellvertreter), Barbara Albert, Peter Huemer, Elfie Semotan, Peter Tscherkassky, Peter Zawrel sowie den Gründungsmitgliedern Peter Konlechner, Peter Kubelka, Heinrich Wille und je einer Person, die von der Republik Österreich und der Stadt Wien als den Hauptsubventionsgebern entsendet wird.
Am 1. Januar 2005 hat der US-amerikanische Regisseur Martin Scorsese die Ehrenpräsidentschaft des Österreichischen Filmmuseums übernommen. Scorsese gilt als einer der bedeutendsten lebenden Filmkünstler. Zugleich engagiert er sich seit langem für die Sicherung und Restaurierung des filmischen Welterbes und besitzt selbst eine beeindruckende Filmsammlung.






