La ciociara (... und dennoch leben sie)

La ciociara (... und dennoch leben sie) (1960)

Regie: Vittorio De Sica; Drehbuch: Cesare Zavattini nach dem Roman von Alberto Moravia; Kamera: Gábor Pogány; Musik: Armando Trovajoli; Darsteller: Sophia Loren, Jean-Paul Belmondo, Eleonora Brown, Raf Vallone, Renato Salvatori. 35mm, s/w, 101 min Restaurierte Fassung

 
Zu glauben, Vittorio De Sica sei ein Neorealist, war immer schon ein Missverständnis, das sich allein mit den enormen Hoffnungen erklären lässt, die man auf dieses Kino projizierte. Tatsächlich war er ein Ritter vom Zeitgeist: ein auteur, der stets versuchte, auf das, was gestalterisch gerade modern war, sinnfällig einzugehen. Zur 1950er/60er-Dekadenwende stand ein gewisser Internationalismus im Vordergrund: Die Ära war eine kosmopolitische der politisch hehren Worte und Gefühle. Das Genie von La ciociara ist das jenes Augenblicks: Die Geschichte von Cesira und ihrer Tochter Rosetta, ihrer Flucht vor den Bombenkriegswirren in Rom und ihrem Irren über die Hügel des Latiums, ist konkret genug im Blick auf die italienischen Verhältnisse, um niemandem unabsichtlich auf die Füße zu treten, dabei so allgemeingültig, dass sie jeden zu bewegen versteht. Ein gewaltiges, wenn's darauf ankommt angemessen ungehemmtes, oft verstörendes Melodram. (O.M.)

Screening dates:

Sa 17.01.2015 20:30
(Ital. OmeU)
Mi 11.02.2015 20:45
(Ital. OmeU)