Berlin - Alexanderplatz

Berlin – Alexanderplatz (1931)

Regie: Piel Jutzi; Drehbuch: Alfred Döblin, Hans Wilhelm nach Döblins Roman; Kamera: Nicolas Farkas; Musik: Allan Gray; Darsteller: Heinrich George, Maria Bard, Margarete Schlegel, Bernhard Minetti, Gerhard Bienert. 35mm, s/w, 88 min

 
Piel Jutzis unter Mitwirkung Alfred Döblins auf pralle anderthalb Stunden verdichtete Erstverfilmung von Berlin – Alexanderplatz ist über Rainer Werner Fassbinders epischer Neuauflage zu Unrecht in Vergessenheit geraten: Alleine schon die furiose Eröffnungsszene, in der Franz Biberkopf (mit wuchtiger Streitlust verkörpert von Heinrich George) aus dem Gefängnis kommt und von den Menschenmassen, dem Lärm und Tempo der Großstadt überwältigt wird, ist ein Virtuosenstück für sich. An der Grenze zum Nervenzusammenbruch erlebt Biberkopf die Heimfahrt mit der Straßenbahn in sein Viertel wie eine halluzinatorische Parodie von Walter Ruttmanns Dokumentarfilm Berlin, die Sinfonie der Großstadt – als expressionistischen urbanen Alptraum aus Schnittgewitter und Geräuschgemetzel. Porträt des pulsierenden Berlin an einem historischen Wendepunkt, der sich auch im weiteren Lebenslauf Jutzis spiegelt – vom proletarischen Filmemacher und KP-Mitglied zum Kino-Auftragsarbeiter der NSDAP. (C.H.)

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