Die Büchse der Pandora, 1929, Georg Wilhelm Pabst

Die Büchse der Pandora (1929)

Regie: Georg Wilhelm Pabst; Drehbuch: Ladislaus Vajda nach zwei Theaterstücken von Frank Wedekind; Kamera: Günther Krampf; Darsteller: Louise Brooks, Fritz Kortner, Francis Lederer, Gustav Diessl, Siegfried Arno. 35mm, s/w, ca. 134 min Restaurierte Fassung 2009

 
Mondweiß schimmerndes Oval unter einer Haarkrone wie schwarzer Lack: schräg von oben gesehen ein Frauengesicht, leinwandfüllend. Wie abstrakte Versatzstücke handhabt Georg Wilhelm Pabst die Großaufnahmen der sensuellen Schönheit von Louise Brooks. Basierend auf Wedekinds Erdgeist und Die Büchse der Pandora unternimmt Pabsts Film über den Lust- und Leidensweg des Erdgeistes Lulu eine kinematografische Dreiländerreise durch die Gefilde von Impressionismus, Expressionismus und Realismus. (H.T.) Klaus Kreimeier: „Das Mädchen Lulu grenzt sich ab, durch innere Distanz. Die Frage, ob sie ‚aktiv‘ oder ‚passiv‘, schuldig oder unschuldig sei, geht an dieser Figur vorbei. Sie befindet sich jenseits der sozialen Hierarchie. Und Lulu ist amoralisch, die ‚reine‘, von den gesellschaftlichen Konnotationen des ‚Obszönen’ unberührte Laszivität. Noch ihrem Mörder schenkt sie ein Lächeln.“

 

Am Klavier: Gerhard Gruber

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