Othello

Othello (1952)

Regie: Orson Welles; Drehbuch: Welles nach William Shakespeare; Kamera: Anchise Brizzi, G.R. Aldo, George Fanto, Oberdan Troiani, Alberto Fusi; Musik: Angelo Francesco Lavagnino, Alberto Barberis; Darsteller: Orson Welles, Micheál MacLiammóir, Suzanne Cloutier, Robert Coote, Hilton Edwards. 35mm, s/w, 92 min Premierenfassung

 
„Ich bin nicht, was ich bin“, sagt Jago in Shakespeares Othello. Ein Satz, den bei Welles auch Othello unter Qualen flüstern könnte – oder Gregory Arkadin oder Sheriff Quinlan in Touch of Evil oder Charles Foster Kane. Schlüsselsatz, Satzschlüssel zu Othello und zu Welles’ gesamtem Werk, das vom vieldeutigen Rätsel der Bestie Mensch handelt, also von Rollen, Masken, Existenzlügen, ambiguitärer Moral, von der Leere als Preis der Macht und den unendlichen Gestalten des Scheiterns. Das Drama weitet sich um Othello und Desdemona aus und wird zum kosmischen Drama selbstherrlicher, dunkler, von schmerzlicher Rastlosigkeit erfüllter Bilder. Nicht nur das Erzählte, sondern der Film selbst erschaffen eine tragisch instabile Welt, die jener Shakespeares (also der Welt seiner Sprache) essenziell wahlverwandt erscheint. Dinge, Gesten, Vorgänge, Menschen, die sind, was sie nicht sind, und nicht sind, was sie sind. (H.T.)

Screening dates:

Sa 30.05.2015 19:00
(Engl. Omd/fU)
Do 18.06.2015 18:30
(Engl. Omd/fU)