Meshi (Das Mahl) (Foto: Courtesy of Toho Co., Ltd.)

Meshi (Das Mahl) (1951)

Regie: Naruse Mikio; Drehbuch: Ide Toshirō, Tanaka Sumie nach einem Romanfragment von Hayashi Fumiko; Kamera: Tamai Masao; Musik: Hayasaka Fumio; Darsteller: Uehara Ken, Hara Setsuko, Shimazaki Yukiko, Sugi Yōko, Sugimura Haruko. 35mm, s/w, 97 min

Thematisch verblüfft Meshi mit der Vorwegnahme von Viaggio in Italia: der (Wieder-)Geburt einer Liebe aus den (Nachkriegs-)Ruinen. Künstlerisch wird daraus eines der sublimsten Werke des japanischen Kinos. Eine kinderlose Frau erfährt die Leere der Ehe, verlässt ihren Mann und kehrt doch wieder zurück. Meshi beschreibt eine Irritation, ein Zögern, das Spiel mit einem Gedanken: flüchtiger Wellenwurf auf scheinbar ruhigem Gewässer. Einfachheit ist hier das Resultat hochgradigen Raffinements – wie beim Interieur eines Teehauses. Ein Minimum an Handlung verbindet sich mit einem Maximum von Nuancen; die Stilisierung der Form ist in jenem Grad meisterhaft, in dem sie im Erscheinungsbild aufgehoben, fast vergessen scheint. Naruses differenzierte Anteilnahme steht nie im Widerspruch zum tragischen Grundton seiner Filme. Das Ergebnis ist das Paradox einer Kunst, in der Schmerz und Genuss zu geheimnisvoller Identität gekommen sind. (H.T.)

Print courtesy National Film Center Tokyo

Screening dates:

Sa 15.10.2016 20:30
(Japan. OmeU)
Mi 30.11.2016 18:30
(Japan. OmeU)