Pyška (Fettklößchen) (Foto: Filmmuseum München)

Pyška (Fettklößchen) (1934)

Regie, Drehbuch: Michail Romm nach Boule de suif von Guy de Maupassant; Kamera: Boris Volček; Darsteller: Galina Sergeeva, Faina Ranevskaja, Andrej Fajt, Anatolij Gorjunov, Tat'jana Okunevskaja. 35mm, s/w, ca. 67 min

Eine vollbesetzte Postkutsche im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 will der preußischen Besatzung entkommen. An Bord ist eine Kokotte namens Boule de suif, die von den bessergestellten Mitreisenden – Adelige, Kaufleute, Nonnen – abschätzig behandelt wird, auch wenn diese gierig über ihren Proviant herfallen. Als die Reisegruppe von einem deutschen Offizier festgehalten wird, verlangt der die Dienste von Boule de suif. Sie verweigert sich aus Patriotismus, doch die anderen drängen sie, nachzugeben … Michail Romms Regiedebüt und einer der letzten sowjetischen Stummfilme: eine formvollendete Literaturadaption, zugespitzt in Richtung antikapitalistischer Satire – und eine Vorwegnahme von John Fords Stagecoach, der wiederum auf einer Amerikanisierung der Maupassant-Novelle basiert. Interessanterweise legte Romm mit seinem nächsten Werk Trinadcat' (Die Dreizehn, 1937) eine Variation auf Fords Kriegsfilm The Lost Patrol (1934) vor. (C.H.)

Am Klavier: Gerhard Gruber

Screening dates:

Fr 04.11.2016 18:30
(Russ. ZTmdU)