Unter den Brücken

Unter den Brücken (1944/46)

Regie: Helmut Käutner; Drehbuch: Käutner, Walter Ulbrich; Kamera: Igor Oberberg; Musik: Bernhard Eichhorn; Darsteller: Hannelore Schroth, Carl Raddatz, Gustav Knuth, Hildegard Knef, Ursula Grabley. 35mm, s/w, 99 min

Helmut Käutner drehte Unter den Brücken mit wenig Geld noch 1944; aber der Film kam, obwohl er im März 1945 eine Freigabe erhielt, nicht mehr regulär ins Kino. Die Geschichte um zwei Kahnschiffer, die sich in dasselbe Mädchen verlieben und mit ihr eine Reise durch die brandenburgische Flusslandschaft unternehmen, "desertiert aus der offiziellen Pathetik jener Tage" (Christian Petzold) und nimmt Maß am Poetischen Realismus. "Käutner rekurriert auf eine Privatsphäre, in der das Politische aufgehoben sein muss, bevor überhaupt an so etwas wie Demokratie gedacht werden kann. Gespenstisch ist diese Atmosphäre, weil Käutner den Krieg und alles, was damit zusammenhängt, heraus lässt. Es gibt ihn scheinbar nicht. Statt dessen Werte, die dem NS-Terrorregime völlig fremd sind: Freundschaft, Liebe, Kooperation auf freiwilliger Basis, ja Demokratie in den Beziehungen. Diese Werte ergeben sich direkt, praktisch aus dem Verhalten der Beteiligten. Sie repräsentieren alles, worauf eine Nachkriegsordnung unbedingt aufbauen müsse." (Ulrich Behrens)

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