Dr. Jekyll and Mr. Hyde

Dr. Jekyll and Mr. Hyde (1931)

Regie: Rouben Mamoulian; Drehbuch: Samuel Hoffenstein, Percy Heath nach Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde von Robert Louis Stevenson; Kamera: Karl Struss; Darsteller. Fredric March, Miriam Hopkins, Rose Hobart, Holmes Herbert, Halliwell Hobbes. 35mm, s/w, 95 min

Eine subjektive Kamerafahrt, gefolgt von einem hypnotischen 360-Grad-Schwenk. Auf der Tonspur das Geräusch eines pochenden Herzens. Danach eine Zufahrt auf den Spiegel, die zugleich ein Blick in ihn und eine Sekunde aus Entsetzen ist: Dr. Jekyll sieht sich selbst und wird dennoch Mr. Hydes gewahr. Einer der großen Momente nicht nur des Horrorfilms, sondern des Erzählkinos. Mamoulians Klassiker hat viel mehr zu bieten als diesen sorgsam vorbereiteten Augenblick von cinéma pur: die Chiaroscuro-Evokation eines viktorianischen London; die Flamboyanz von Fredric March, changierend zwischen nobel beherrschtem Jekyll und von monströsen Begierden geschütteltem Hyde; nicht zuletzt den unübersehbaren Hinweis, worin die Ursache der in J. und H. zerbrochenen Person zu suchen sei: in sexueller Frustration. (H.T.) Nick Pinkerton: "Ein Inventar von praktisch allem, was das Kino im Jahr 1931 zu leisten vermochte – das meiste davon beschreibt auch noch seine heutigen Grenzen."

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