Leben – BRD

Aysun Bademsoy & Christian Petzold im Gespräch

Leben – BRD (1990)

Ein Film von Harun Farocki; Kamera: Ingo Kratisch. 16mm, Farbe, 82 min

Zum Auftakt:
Work Made Easy (1907) von Vitagraph Co. 35mm, Farbkopie, ca. 7 min
 
Ein Versuch über den Realismus – Testläufe für den "Ernstfall Wirklichkeit". In Leben – BRD wird das Dasein des Menschen am Standort Deutschland in 32 Situationen simuliert, von der Geburt über die Stellensuche, die Lebenskrise, den Zugriff bei Geiselnahmen bis zur finalen Entsorgung, der Konfrontation mit etwas, das man selber nie mitbekommen wird. Leben als Test zwischen Workshop und Therapie, als Vorbereitung auf einen Rettungsschuss, nur bedingt metaphysischer Natur. Je nach Stimmung eine absurde Komödie oder eines der depressivsten Werke der Filmgeschichte – ein Meisterwerk allemal. (R.H.) Zuvor simuliert in Work Made Easy ein Erfinder die Abschaffung körperlicher Arbeit per visionärer Magnet-Maschine – bis im surrealen Finale die Arme davonfliegen.
 
Das Gespräch mit Aysun Bademsoy und Christian Petzold über Harun Farocki findet zu Beginn der Veranstaltung statt.