Hellzapoppin’, 1941, H.C. Potter

Hellzapoppin' (1941)

Regie: H.C. Potter; Drehbuch: Nat Perrin, Warren Wilson; Kamera: Woody Bredell; Musik: Gene de Paul, Don Raye; Darsteller: Ole Olsen, Chic Johnson, Martha Raye, Hugh Herbert, Mischa Auer. 16mm, s/w, 82 min
 
Ein Artefakt ungehemmten Wahnsinns, als Komödie ihrer Zeit um Jahrzehnte voraus (nur die erhabenen Looney Tunes-Cartoons hatten ähnlich irrwitzige Anhäufungen irrationaler Selbstreflexion und enthemmten Spiels mit dem Filmmedium zu bieten). Es handelt sich hier um Postmoderne avant la lettre – und passenderweise wurde ein Gros der Ideen seither in Abermillionen von Filmen mit entschieden weniger Aplomb wiederverwendet. Nur Hellzapoppin' ist immer noch so frisch und umnachtet wie am ersten Tag. Die Adaption eines erfolgreichen Broadway-Stücks wird zum Film über die Adaption eines erfolgreichen Broadway-Stücks. Unmotivierte Witze werfen diesem Vorgang ständig komische Knüppel zwischen die Beine – welche vor lauter running gags ohnehin nie zum Stillstand kommen. Außer, wenn süße 1940er-Jahre-Musik die Handlung unterbricht (wobei es naturgemäß gar keinen Sinn hat, von "Handlung" überhaupt zu sprechen). Dass sich die Hölle – hier nämlich beginnt der Film – rasch als Hollywoodstudio entpuppt, ist völlig logisch: Wie konnte diese geballte Ladung Anarchismus je in die Produktionsphase eintreten? The devil may care! (C.H.)

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