An Angel at My Table, 1990, Jane Campion

An Angel at My Table (1990)

Regie: Jane Campion; Drehbuch: Laura Jones nach den autobiografischen Büchern von Janet Frame; Kamera: Stuart Dryburgh; Musik: Don McGlashan; Darsteller: Kerry Fox, Alexia Keogh, Karen Fergusson, Iris Churn, Kevin J. Wilson. 35mm, Farbe, 158 min
 
Der zweite Spielfilm der gebürtigen Neuseeländerin Jane Campion widmet sich dem Leben der ebenfalls aus Neuseeland stammenden Schriftstellerin Janet Frame. Es ist eine zurückhaltende und zärtliche Studie von notwendiger Einsamkeit und werdender Kunst aus dezidiert weiblicher Sicht. In intensiven und impulsiven Bewegungen (und passend zum Haarschopf der Protagonistin meist in roten Farben gehalten) entfaltet sich ein Kampf darum, die Welt mit den eigenen Augen zu sehen. Nur gelegentlich streut Campion, die das in drei Teile gegliederte Werk eigentlich für eine TV-Auswertung drehte, ihre charakteristischen Kamerabetörungen ein, etwa wenn man gleich zu Beginn die Welt durch die Wahrnehmung eines Babys spürt. In seiner dezenten Engführung mit dem eigenen Schaffensprozess das persönlichste Werk Campions. Alice Rohrwacher: "Als würde man im Wasser sein und sich einfach von der Strömung treiben lassen." (P.H.)

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