Murder Obsession / Follia omicida, 1981, Riccardo Freda

Murder Obsession / Follia omicida

Regie, Schnitt: Riccardo Freda; Drehbuch: Antonio Cesare Corti, Riccardo Freda, Fabio Piccioni; Kamera: Cristiano Pogany; Musik: Franco Mannino; Darsteller: Stefano Patrizi, Martine Brochard, Laura Gemser. 1981, 35mm, Farbe, 97 min. Italienisch mit engl. UT
 
Der überarbeitete Schauspieler Michael Stanford macht bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Horrorfilm fast die Fiktion zur Wirklichkeit und erwürgt in einer Mordszene beinahe seine Partnerin. Um sich zu beruhigen, besucht er seine abgöttisch geliebte Mutter übers Wochenende und bringt die Filmcrew mit. Doch das Elternhaus ist mit einem Trauma verbunden: Als Kind hat er in Trance seinen Vater erstochen. Als die Besucher der Reihe nach ermordet werden, gerät Michael unter Verdacht. Riccardo Freda, der ikonische Regisseur des populären italienischen Nachkriegskinos, versuchte mit dieser un­geliebten und unterschätzten Billigproduktion ein Comeback: eine Meditation über das Böse unter Rückgriff auf die Schauerromantik seiner Proto-Gialli wie Il spettro. Das Familienmelodram als Horror mit okkulten Obertönen, die Budget-Beschränkungen von ästhetischer Selbstreflexion konterkariert. Das letzte Bild von Fredas Werk: eine Höllen-Pietà. (C.H.)
 
Courtesy of Cineteca Griffith