Tenebre (Tenebre – Der kalte Hauch des Todes), 1982, Dario Argento (Foto: Archiv Harald Dolezal)

Tenebre (Tenebre – Der kalte Hauch des Todes)

Regie, Drehbuch: Dario Argento; Kamera: Luciano Tovoli; Schnitt: Franco Fraticelli; Musik: Goblin; Darsteller: Anthony Franciosa, John Saxon, Daria Nicolodi. 1982, 35mm, Farbe, 101 min. Englisch
 
Der US-Autor Peter Neal kommt mit seinem neuen Thriller Tenebre zur Promotiontour nach Rom, wo ihm die Polizei erklärt, dass eine Frau genauso wie in seinem Roman mit einem Rasiermesser ermordet wurde – geknebelt mit Seiten aus seinem Buch. Neal glaubt an einen Zufall, bis er vom Täter bedroht wird, der im engeren Bekanntenkreis des Schriftstellers zu morden beginnt. Nach dem Zwischenspiel zweier Mutter-Horrorfilme reflektiert Argentos Rückkehr zum Giallo die eigene Praxis: Neal wird als Mordschöpfer mit moralischen Vorwürfen und Misogynie-Anschuldigungen konfrontiert, während Argento die Angstlust in visuellen Coups orchestriert. Mit seinem Suspiria-Kameramann Luciano Tovoli fängt Argento dabei das Italien der 1980er in einem kühlen, fast futuristischen Look ein, dessen sonnendurchfluteter Minimalismus eine durchdringende Klarheit hat. Tenebre wurde wie viele Argento-Filme im Export teils empfindlich gekürzt, gezeigt wird eine Kopie der vom Regisseur als definitiv eingestuften Version. (C.H.)
 
Print courtesy of the Phil Blankenship Collection at the Academy Film Archive