Il rossetto (Unschuld im Kreuzverhör), 1960, Damiano Damiani

Il rossetto (Unschuld im Kreuzverhör)

Regie: Damiano Damiani; Drehbuch: Damiano Damiani, Cesare Zavattini; Kamera: Pier Ludovico Pavoni; Schnitt: Fernando Cerchio; Musik: Giovanni Fusco; Darsteller: Laura Vivaldi, Pierre Brice, Pietro Germi. 1960, 35mm, sw, 93 min. Italienisch mit engl. UT
 
Die kleine Silvana ist heimlich in ihren eleganten Nachbarn Gino (Pierre Brice) verliebt. Als in dessen Wohnhaus eine Frau ermordet wird, behauptet er, die Tote nicht zu kennen und ein seine Unschuld beteuernder Laufbursche wird verhaftet. Inzwischen macht sich Silvana an Gino heran und erzählt ihm, dass sie ihn doch mit der Ermordeten beobachtet hat. Als Gino Silvana für den nächsten Tag ins Kino einlädt, reagiert sie überglücklich ... Damiano Damianis beein­druckendes Regiedebüt lässt noch die Wurzeln des Neorealismus (Koautor: Cesare Zavattini) spüren, doch der skeptische Blick auf die hereinbrechende Moderne und den ethischen Verfall zeigt schon die Handschrift dieses Meisterregisseurs von Krimis und Politthrillern. Das (ungezeigte) Verbrechen in Il rossetto ist wie eine Vorstudie von klassischen Giallo-Motiven, doch Höhepunkt ist das Verhörduell zwischen Pierre Brice und Pietro Germi, der – trotz eines anderen Figurennamens – seinen Commissario aus Un maledetto imbroglio wieder­auferstehen lässt. (C.H.)
 
Courtesy of Cineteca Nazionale