Non si sevizia un paperino (Quäle nie ein Kind zum Scherz), 1972, Lucio Fulci

Non si sevizia un paperino (Quäle nie ein Kind zum Scherz)

Regie: Lucio Fulci; Drehbuch: Lucio Fulci, Gianfranco Clerici, Roberto Gianviti; Kamera: Sergio D'Offizi; Schnitt: Ornella Micheli; Musik: Riz Ortolani; Darsteller: Florinda Bolkan, Barbara Bouchet, Tomas Milian. 1972, 35mm, Farbe, 104 min. Italienisch mit dt. UT
 
Lucio Fulci wird meist als Schöpfer somnambuler Zombiefilme voller blood and guts erinnert, aber seine besten Werke sind bemerkenswerte Gialli: der Serienmörderfilm New York Ripper, das Psycho-Puzzle Sette note in nero und vor allem dieses von Fulci selbst bevorzugte, bitterböse Bindeglied zwischen ruralem Thriller und Hinterwäldler-Horror. Anfangs wird ein Babyskelett vor einem Autobahnbrücken-Panorama ausgegraben: Die Betonsäulen der Moderne stecken fest im Dreck des primitiven Hinterlands. Eine Mordserie an kleinen Buben heizt in der apulischen Provinz die abergläubischen Gemüter bis zur Lynchwut an: Erst wird der Dorfdepp verdächtigt, dann die Hexe ... Nur zwei Fremde (darunter der unvergleichliche Tomas Milian) graben im reaktionären Bodensatz. Auf dem historischen Humus von korrupter Politik, Religion und Tradition gedeiht die finstere Atmosphäre allumfassender Gemeinheit, die Fulci zwischen lebhaften Eruptionen grotesken Schreckens mit perversem Genuss gären lässt. (C.H.)
 
Einführung von Roberto Curti am 6. Oktober
 
Courtesy of Cineteca Nazionale