Prater, 2007, Ulrike Ottinger

Prater

Regie, Drehbuch, Kamera: Ulrike Ottinger; Schnitt: Bettina Blickwede; Musik: Die Spezis (Gregor Mörth, Johann Stromberger); mit Elfriede Jelinek, Veruschka, Elfriede Gerstl, Herbert J. Wimmer, Ursula Storch, Werner Michael Schwarz. 2007, 35mm, Farbe, 108 min. Deutsch
 
"Heeereinspaziert, hereinspaziert!" grüßt der Geisterbahn-Gorilla: Willkommen im Prater, dem Ulrike Ottinger als "Wunschmaschine" und Zeitmaschine ein Denkmal setzt, als wildwucherndes Wechselspiel. Die Kamera fährt Hochschaubahn wie im Kino der Attraktionen, das in solchen Vergnügungsparks seinen Siegeszug begann. Dazwischen historische Bestandsaufnahmen: Expert*innen und Schaustellerfamilien erzählen, Elfriede Jelinek liest ihren Prater-Text, famose Film- und Fotodokumente sowie Literatur von Canetti bis Kästner begleiten die Zeitreise durch unglaubliche Geschichten (im 19. Jahrhundert zeugte ein "Mann ohne Unterleib" ganze Prater-Dynastien). Aber vor allem: ein Rummel, in dem Tradition und Moderne zusammenkommen – alte, wackelnde Plastikmonster neben den neuen, blinkend lärmenden Fahrgeschäften. Zeitlos bleibt nur der Vergnügungszauber: Ein Schnitt vom schwarzweißen Gestern ins bunte Heute zeigt dasselbe Bild offener Kindermünder, wenn der Kasperl seine Scherze treibt. (C.H.)
 
In Anwesenheit von Ulrike Ottinger