Scarface

Scarface (1932)

Regie: Howard Hawks; Drehbuch: Ben Hecht, Hawks nach dem Roman von Armitage Trail; Kamera: L. Garmes, L. W. O’Connell; Musik: G. Arnheim, A. Tandler; Darsteller: Paul Muni, Ann Dvorak, George Raft, Boris Karloff. s/w, 93 min
 
Howard Hawks’ Lieblingsfilm: wegen seiner Dichte, Schnelligkeit, Geschlos­senheit und seiner Kunst, jedem der zahllosen Toten in diesem Meisterwerk des Gangsterkinos ein Kreuz aus Licht und Schatten voraus oder hintan zu malen - allgegenwärtiges Mene­tekel aus Türen und Mauern. Ausgestattet mit kompletter Freiheit, fordert Hawks seinen Drehbuchautor Ben Hecht auf, aus dem Schlüsselfilm über Al Capone eine Borgia-Tragödie im Dschungel Chicagos zu filtrieren. Statt eines „Sozial-Dramas“ inszeniert er ­einen vor Gewalt vibrierenden, vor Einfällen platzenden, vom Mündungs­feuer der MPs rhythmisch illuminierten Albtraum um den psychopathischen Killer Tony Carmonte. Dieser projiziert die geheime Sehnsucht nach Unschuld inzestuös auf seine Schwester und liqui­diert Feinde wie Freunde, die sich seinem kranken Gipfelsturm entgegen-stellen. Scarface-Carmonte oder der degenerierte, ­schreck­liche Professional des Willens zur Macht. Ein Höhepunkt des ­amerikanischen Kinos vor Einführung des Production Code. (H.T.)

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