M, 1951, Joseph Losey

M (1951)

Regie: Joseph Losey; Drehbuch: Norman Reilly Rain, Leo Katcher nach M von Fritz Lang & Thea von Harbou; Kamera: Ernest Laszlo; Musik: Michel Michelet; Darsteller: David Wayne, Howard Da Silva, Luther Adler, Martin Gabel, Steve Brodie, Raymond Burr, Norman Lloyd. 35mm, s/w, 88 min

Wie nimmt sich Fritz Langs Klassiker M aus, wenn er vom Studio und Berlin der Zwischenkriegszeit in den Außenraum von Los Angeles und in die Ära des Koreakriegs versetzt wird, in der Werbung und Propaganda verkünden, Amerika wäre gesund wie ein Kalb auf der Weide und rein wie Linnen aus der Waschmaschine? Joseph Losey hat zweimal das Ansinnen eines M-Remakes abgelehnt und dann doch akzeptiert, seine Vorstellungen von Massenhysterie und Krankheit auf Zelluloid darzulegen, denjenigen Langs diametral entgegengesetzt. Der Alien kommt nicht aus der Fremde, er ist Teil der amerikanischen Seele und ein normaler Mensch, versehrt durch seine Kindheit, ein unglücklich und verunglückt Liebender, verdammt dazu, Kindermörder zu sein. Auf den Straßen und in den Hinterzimmern von Los Angeles versucht Losey dabei, einer Art von Neorealismus Einlass in den Film noir zu gewähren. (H.T.)

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