Dog Star Man, 1961-64, Stan Brakhage (Kadervergrößerung ÖFM)

"Metaphors on Vision" und die Theorie(n) der Filmavantgarde. 
Diskussion und Film

Ein Merkmal der Geschichte der Filmavantgarde ist das Fehlen einer übergreifenden Theorie. Den konzeptuellen "Überbau" liefern seit Dziga Vertovs "Wir. Variante eines Manifests" (1922) oftmals die Filmemacher/innen selbst: in Form programmatischer Selbsterklärungen und Traktate.
 
Stan Brakhages Schrift Metaphors on Vision, welche Jonas Mekas 1963 veröffentlicht hat, gilt als bahnbrechendes Selbstzeugnis der amerikanischen Filmavantgarde. Seit Jahrzehnten vergriffen, wurde der Text 2017 vom Filmtheoretiker/historiker P. Adams Sitney durchgesehen und ist nun in einer erweiterten und kommentierten, von Light Industry und Anthology Film Archives herausgegebenen Fassung erhältlich.
 
Im Gespräch mit Michael Loebenstein gehen die Diskutanten Gabriele Jutz (Professorin für Film- und Medienwissenschaft an der Universität für angewandte Kunst Wien) und Vrääth Öhner (Film- und Medienwissenschaftler) der Praxis der „Selbst-Theoretisierung der Avantgarde“ historisch nach und diskutieren die anhaltende Bedeutung von Brakhages theoretischem Werk. Danach folgt die Vorführung einer neuen Filmkopie von Dog Star Man.

Dog Star Man (1961–64)

Ein Film von Stan Brakhage. 16mm, Farbe, 74 min
 
Dog Star Man ist ein Opus magnum des New American Cinema. Die Besteigung eines Waldbergs durch einen Holzfäller weitet der Film zum kosmischen Gesang – ein Preislied von bestürzender und hymnischer Schönheit. Wenige Filmemacher haben die sichtbare Welt ähnlich radikal aus dem Bereich der Bekanntheit zu lösen gewusst wie Stan Brakhage. (H.T.)

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