Caro Michele (Lieber Michele), 1976, Mario Monicelli

Caro Michele (Lieber Michele) (1976)

Regie: Mario Monicelli; Drehbuch: Tonino Guerra, Suso Cecchi D'Amico nach Natalia Ginzburgs Roman; Kamera: Tonino Delli Colli; Musik: Nino Rota; Darsteller: Mariangela Melato, Delphine Seyrig, Aurore Clément, Lou Castel, Alfonso Gatto. 35mm, Farbe, 108 min
 
Die radikalisiert-bewaffnete Linke war zu einem nicht geringen Teil im Bürgertum, der Mittel- und Oberschicht verwurzelt (man erinnere sich an Pasolinis Worte zu den demonstrierenden Studenten und den Polizisten). Natalia Ginzburgs 1973 erstveröffentlichter Briefroman (mit konventionellen narrativen Einschüben) Caro Michele gilt als das erste bedeutende Werk der italienischen Literatur, das sich mit diesem Phänomen beschäftigte und auch zu einer Art Modell für spätere Versuche zum Thema wurde. Interessant ist dabei, dass der Roman einen Blick nach innen wirft, in das Drama einer Familie, die um den Zusammenhalt ringt, mit eben Michele als abwesendem, in der Fremde sterbenden Ansprechpartner für alle – während Ginzburg selbst sich zu einer der exponiertesten politischen Persönlichkeiten der Epoche entwickelte. Monicelli scheint eine starke Nähe zu ihr gespürt zu haben – zumindest wurde Caro Michele zu einem der einfühlsamsten wie zerbrechlichsten Werke seines Schaffens. (O.M.)

Spieltermine:

Do 15.02.2018 20:30
(Ital. OmeU)
Mi 28.02.2018 18:30
(Ital. OmeU)