Pilgrimage, 1933, John Ford

Pilgrimage (1933)

Regie: John Ford; Drehbuch: Philip Klein, Barry Connors, Dudley Nichols nach der Erzählung von I.A.R. Wylie; Kamera: George Schneiderman; Musik: R.H. Bassett; Darsteller: Henrietta Crosman, Heather Angel, Norman Foster, Francis Ford, Charley Grapewin, Hedda Hopper. 35mm, s/w, 95 min
 
Eine Witwe aus Arkansas sieht mit Missmut, dass sich ihr Sohn in die Nachbarin verliebt: Statt ihn die von ihm schwangere Freundin heiraten zu lassen, schickt sie ihn lieber in den Ersten Weltkrieg – wo er prompt zu Tode kommt. Zehn Jahre später wird das Kind des Soldaten als Bastard verspottet, während seine hart gebliebene Oma mit anderen Müttern gefallener Amerikaner zur Pilgerfahrt nach Frankreich eingeladen wird. Erst will sie das Grab des Sohnes, der sie "entehrt hat", gar nicht besuchen, doch bald kommt sie in eine Situation, die die Geister der Vergangenheit wachruft. John Fords irisches Erbe schlug sich oft in der idealisierenden Darstellung von Müttern nieder; Pilgrimage präsentiert ein verstörendes Gegenbild dazu – und ist auch sonst ein überragender Film. Ford-Kenner wie Joseph McBride bezeichnen die bittere, bewegende Ballade (mit der gleichfalls überragenden Henrietta Crosman) als sein erstes Tonfilmmeisterwerk. (C.H.)

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