Shane, 1953, George Stevens

Shane (1953)

Regie: George Stevens; Drehbuch: A.B. Guthrie Jr., Jack Sher nach dem Roman von Jack Schaefer; Kamera: Loyal Griggs; Musik: Victor Young; Darsteller: Alan Ladd, Jean Arthur, Van Heflin, Brandon De Wilde, Jack Palance, Ben Johnson, Elisha Cook Jr. 35mm, Farbe, 118 min
 
Eine Legende, erzählt mit den Farben der Realität. Shane ist ein Western über den Western, also über den Mythos. Der Held, der Westerner, der Fremde reitet waffenlos und schweigsam aus den Schneebergen, dem Nirgendwo oder dem Jenseits, herab in die Niederungen. Eine Epiphanie in Büffelleder, ausgestattet mit irdischen Zügen und dem weichen Pokergesicht von Alan Ladd, umstrahlt von der Aura einer dunklen gelebten Geschichte, geprägt von Gewalt und dem gloriosen Umgang mit der Waffe. Er ist gekommen, um Ruhe zu finden und anders zu leben: ein später tragischer Pazifist, der das Schießen zu verachten gelernt hat. George Stevens lässt uns Shane mit den staunenden, erschreckt aufgerissenen Augen eines Kindes sehen. "My war movie", sagt der Regisseur: die Geburt des Mythos im liebenden Blick in Zeiten des Krieges. Shane ist ein Balanceakt in Kinolänge, das vollkommene Gleichgewicht zwischen Entrücktheit und Realismus, Stilisierung und dokumentarischer Genauigkeit. (H.T.)

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