The Diary of Anne Frank, 1959, George Stevens

The Diary of Anne Frank (1959)

Regie: George Stevens; Drehbuch: Frances Goodrich, Albert Hackett nach dem Tagebuch der Anne Frank; Kamera: William C. Mellor; Musik: Alfred Newman; Darsteller: Millie Perkins, Joseph Schildkraut, Shelley Winters, Richard Beymer, Gusti Huber, Diane Baker. 35mm, s/w, 180 min
 
Kein anderer Regisseur wurde von der Weltkriegserfahrung so getroffen wie George Stevens, der daraufhin dem Komödien-Genre abschwor. Stevens habe nie mehr gelächelt, nachdem er die Befreiung Dachaus mitgefilmt hatte, sagte William Wyler, von dem Stevens das Projekt übernahm, mit dem er sich seinem Trauma filmisch stellte. The Diary of Anne Frank, die erste Studiogroßproduktion über den Holocaust, lässt die Außenwelt dabei nur in kurzen Blicken aus dem Amsterdamer Versteck erahnen, wo die junge Anne Frank und ihre jüdische Familie sich zwei Jahre lang vor den Nazis verstecken konnten. In paradox anmutender CinemaScope-Breite findet Stevens für die lakonische Schilderung des Zusammenlebens auf engstem Raum zurück zur intimen Zärtlichkeit seiner besten Filme vor seinem Fronteinsatz ab 1943. Doch die Ernsthaftigkeit seiner Mission und die Konsequenz seiner Inszenierung – unvergesslich: die lange Hausdurchsuchungsszene – verraten unwiderrufliche Abgeklärtheit. (C.H.)

Spieltermine: