Lost in America, 1985, Albert Brooks (Foto: Filmarchiv Austria)

Lost in America (1985)

Regie: Albert Brooks, Drehbuch: Brooks, Monica Johnson, Kamera: Eric Saarinen, Musik: Arthur B. Rubinstein, Darsteller: Albert Brooks, Julie Hagerty, Sylvia Farrel, Tina Kincaid, Garry Marshall. 35mm, Farbe, 91 min
 
Die selbstgefällige Aussteigerfantasie eines Yuppie-Ehepaars wird von der Wirklichkeit eingeholt: Ein neurotischer Egozentriker aus der Werbebranche schmeißt den Job hin, als er nicht befördert wird, unternimmt mit der Gattin nach dem Vorbild von Easy Rider eine Selbstfindungstour durchs Land – "Born to Be Wild" im Wohnmobil – und bricht unweigerlich ein, als die materielle Sicherheit wegdriftet. Auf der ersten Station in Las Vegas wird ein Leben in gehorsamer Konformität unter hysterischen "22"-Rufen in einer Nacht am Roulettetisch verblasen. Eine superbe Mentalitätssatire aus den Reagan-Jahren und eine zeitlose Tragikomödie der Selbsttäuschung, mit beiläufiger Brillanz konzipiert von einem Genie der US-Tonfilmkomödie: Albert Brooks, einer der einfallsreichsten Präzisionsarbeiter vor und hinter der Kamera. Seine Welt ist ein psychosoziales und abgründig amüsantes Minenfeld – und sein pointierter Hypernaturalismus verstärkt den Effekt der Verunsicherung. (C.H.)

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