Opera, 1987, Dario Argento (Foto: Cineteca Nazionale)

Opera

Regie: Dario Argento; Drehbuch: Dario Argento, Franco Ferrini; Kamera: Ronnie Taylor; Schnitt: Franco Fraticelli; Musik: Claudio Simonetti, Brian Eno, Giuseppe Verdi u.a.; Darsteller: Christina Marsillach, Ian Charleson, Daria Nicolodi. 1987, 35mm, Farbe, 106 min. Italienisch mit dt. UT
 
Erstes Bild: Im Auge eines Raben spiegelt sich das ganze Opernhaus. Dort versucht sich ein Horrorfilmregisseur an einer avantgardistischen Fassung von Verdis Macbeth. Als die Star-Diva ausfällt, rückt die junge Sopranistin Betty nach, die daraufhin mit Drohanrufen terrorisiert wird und sich in ihrer Wohnung beobachtet fühlt. Doch erst am Premierenabend beginnt der wahre Alptraum. Argentos bis dahin teuerster Film, zugleich sein reinster, was sein Leitmotiv des Sehens betrifft – entsprechend gestaltet als ein Fluss von Virtuosenstücken. Am berühmtesten ist wohl die atemberaubende Vogelperspektive eines entfesselten Kameraflugs durch die Oper, auch wenn sich Argentos bewährt brillante Arbeit mit subjektiven Einstellungen als trügerisch erweist: Es regiert der körperlose Blick einer Kamera, die nur dem manischen Willen des Gestalters (und der Manie der Protagonisten) folgt. Der würdige Abschluss von Argentos goldener Periode. (C.H.)
 
Einführung von Roberto Curti am 4. Oktober
 
Courtesy of Cineteca Nazionale