Shadow of a Doubt

Shadow of a Doubt (1943)

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Thornton Wilder, Alma Reville, Sally Benson; Kamera: Joseph A. Valentine; Musik: Dimitri Tiomkin; Darsteller: Joseph Cotten, Teresa Wright, Henry Travers, Hume Cronyn, Wallace Ford. s/w, 108 min, Engl. OF
 
Hitchcocks Lieblingsfilm im eigenen Œuvre. Our Town: der heile Kosmos der US-Kleinstadt und das Chaos. Der genormten Lebenswelt gerät von Beginn und mit System Geborgenheit abhanden. Über Personen und Bezüge legt sich ein unsichtbares Netz von Symmetrien, Entsprechungen, Verdoppelungen. Es kreuzt seine Raster mit Ringen, die das Verbrechen wie ein Stein im stehenden Wasser zieht. Durch solch radikal kunstvolle Konstruktion geraten Sprünge in die Kruste des Scheins, und die Trennungslinien von Gut und Böse werden suspekt: immer aber nur wie Schatten eines sich aufdrängenden Verdachts. Die Gefühlswärme zwischen Onkel und Nichte (beide mit dem Namen Charlie bedacht) birgt einen Hauch Inzest und schlägt in Mord-gedanken um, als Onkel Charlie zu ahnen beginnt, dass Nichte Charlie zu ahnen beginnt, dass ihr charmanter, geliebter Onkel Charlie ein Mörder sein könnte. (Harry Tomicek)