Peter Tscherkassky

Peter Tscherkassky, Mai 2005

21. bis 25. September 2005

Der Österreicher Peter Tscherkassky zählt zu den bedeutendsten Filmemachern der Gegenwart, seine gleichermaßen mitreißenden wie vielschichtigen „handgemachten“ Found-Footage-Filme werden seit Jahren weltweit gefeiert. Die Retrospektive des Filmmuseums, begleitet vom ersten Buch über den Künstler und zwei Workshops, beginnt mit der Österreich-Premiere seines neuen Meisterstücks: Instructions for a Light and Sound Machine. Im ­Sinne einer Carte blanche hat Tscherkassky für diese Schau seine eigenen Arbeiten mit „Referenzfilmen“ anderer Künstler verwoben: Bruce Conner, Morgan Fisher, Eve Heller, Louis und Auguste Lumière, Lewis Klahr, Kurt Kren, Man Ray, Pat O’Neill, Ernst Schmidt jr., Esther Shatavsky und Phil Solomon.
 
Tscherkassky, 1958 geboren, ist einer der wichtigen Vertreter der „Dritten Generation“ im heimischen Avantgardefilm, die sich um 1980 durch das Medium Super 8 definierte. Schon seine frühen Arbeiten kreisen um Fragen der filmischen Selbstreflexion und sind zugleich geprägt von der „physischen Lust“ am Apparat Kino und am Material Film. Aderlass ist vom aktionistischen Erbe bestimmt, Liebesfilm und Motion Picture vom Strukturalismus, und die rasende Bewegungsstudie Manufraktur kündigt schon im Titel die „Handarbeit“ der späteren Filme an. Zwischen den brillant fotografierten, psychoanalytisch informierten Arbeiten tabula rasa (1987/ 89) und Parallel Space: Inter-View (1992) liegt Peter Tscherkasskys Übergang zum 35mm-Film, seither beschäftigt er sich in singulärer Weise mit der Neubearbeitung von „Genrefilmen“: Home movies (Happy-End), Historienschinken (L’Arrivée), Holly­wood-Horror (Outer Space und Dream Work) und Italowestern (Instructions). Die vier CinemaScope-Filme seit L’Arrivée markieren einen Höhepunkt in Tscherkasskys Werk, der sich nicht zuletzt den verblüffenden und verführerischen Effekten verdankt, die er beim aufwendigen Kontaktkopieren des gefundenen Materials in der Dunkelkammer erzielt.
 
Zum Auftakt der Retrospektive wird Band 2 der FilmmuseumSynemaPublikationen vorgestellt: Peter Tscherkassky, herausgegeben von Alexander Horwath und Michael Loebenstein, ist das erste Buch über den Künstler und bietet neben Essays und vielfältigem Textmaterial umfangreiche, vierfärbige Bildstrecken mit bisher nicht publizierten Stills aus Tscherkasskys Filmen.
 
Am 24. und 25. September wird Peter Tscherkassky zwei große Workshops im Filmmuseum abhalten, die Einblick in seine Arbeits­methoden, seine ästhetischen Prämissen und in sein unbekanntes Frühwerk im Super-8-Format geben. 
 
Die Retrospektive findet mit Unterstützung von Sixpack Film statt.

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